Degenhardt – Terror 22

Man merkt ihm die Arbeitsmoral an. Mit Terror 22 bringt der perverse Science-Fiction-Transvestit Degenhardt heute sein siebtes Album in sechs Jahren unters Volk. Ich habe es für ein paar Tage rauf und runter gehört.

Das erste mal hörte ich Degenhardts Debütalbum Harmonie Hurensohn mit dem Opener Polendisko auf Kopfhörern in der Plattenbau-Einöde Marienfeld am südlichen Berliner Stadtrand. Um mich rum, Polen, Russen uvm. hat mich das Gesamtkonzept voll erwischt: Die sperrigen Texte zu mehrmals Anhören, die atmosphärische musikalische Untermalung und der gigantische kulturelle Referenzrahmen. Das ist bei Terror 22 nicht anders. Er macht seine Musik nicht für Fans, Fans hören Degenhardt genau deswegen.

Degenhardt versucht nicht seine Hörer mitzunehmen auf den Psychotrip Terror 22. Trotzdem lieben seine Fans mit einer beinahe religiösen Hingabe. Oder vielleicht gerade deswegen. Wer sich darauf einläßt wird „belohnt“ mit einem morbiden Faszinosum.

Besonders empfehlenswert sind die drei Titel Sex, Drugs & ArbeitsmoralIch töte Spione und Ideal Standard.


Terror 22 ist ab sofort über diese Bezugsquellen erhältlich: