Dart und Bier

Dart ist ein komischer Sport. Wenn ich mir einen Sportler vorstelle, denke ich an durchtrainierte Fußballgötter mit kantigem Rasierschaumwerbegesicht wie Kahn, Ronaldo oder Beckham. Die Voraussetzung um professioneller Dartspieler zu werden lautet dagegen Schmerbauch, Bowlinghemd, (mindestens!) Halbglatze und bestenfalls auch noch tätowiert. Die Vorstellung von Phil Taylor, bis auf die Unterhose nackt, als Werbeträger für Calvin Klein erscheint völlig absurd – und genau das macht ihn und seinen Sport so sympathisch. „Dart und Bier“ weiterlesen

Mitte-Bars

Zuletzt musste ich noch nach Mitte. Mutter sagte, dass ich dann angekommen sei. Und Mutter sagte, dass ich dann wieder frei sei. Um mich also zu heilen ging ich das erste Mal in meinem Leben in einer Mitte-Bar (das spielte sich natürlich nur im Kopf ab). Doch wie kann man über etwas schreiben, was man nicht erlebt hat? Die Antwort lautet: Man besticht jemanden aus seiner Umgebung. Ich übergab einem Roboter einen dicken Umschlag mit einigen fünfhundert Euro Scheinen und instruierte ihn mit den erforderlichen Daten über meine Freundin. Eine Woche später, ich war immer noch gefesselt und mein Gesundheitszustand … Mitte-Bars weiterlesen

Green Mango: It’s not my life!

Es soll ja wirklich tolle Karaoke-Bars geben. Ich habe mal einen Freund erzählen hören, dass es irgendwo eine solche gibt, wo kleine Kammern für keine Gruppen sind, in denen man ungestört ein Meer von Tränen lacht beim Singen all der Klassiker. Doch als ich die Green-Mango-Bar an der Yorckstraße (wo man eh nichts verloren hat) zum ersten Mal betreten habe, da wusste ich: Von nun an geht’s bergab. Kubricks Korova-Milch-Bar ist dagegen ein Ort von Warmherzigkeit und Naivität. Die sterile, blinkende, Spielautomaten-Dschungel-Welt-Atmosphäre aus Plastik täuscht aber nicht darüber hinweg, dass die Menschlein dort in liebesdurstiger Naivität und Aufgeregtheit von einem … Green Mango: It’s not my life! weiterlesen

Das Schlawinchen: All day and all of the night.

Das Schlawinchen hat immer den Arsch offen. Irgendwo in der sensiblen Region zwischen Hermannplatz und Kottbusser Tor, auf einer indifferenten Straße, gibt es dieses komprimierte Loch, das auch Schlawi genannt wird (wahrscheinlich von Leuten, die allen Berliner Institutionen die Endung -i verleihen; ja, auch das Sterni ist eine Institution). Sehr eng, sehr schwitzig und verdammt voll. Das Schlawinchen gehört also zu denjenigen Bars, die dich nach dem Betreten unbarmherzig an die Zapfsäule anschließen. Die Stimmung ist herrlich. Die Leute im Schlawinchen haben alle den stierenden Blick ein hoffnungslos Betrunkenen. Wer einen depressiven Gesichtsausdruck mitbringt, der wird solange vollgequatscht, bis er … Das Schlawinchen: All day and all of the night. weiterlesen

Hobrecht-Staßen-Bars: Es gibt kein richtiges Leben im Falschen

Wer sich nach reiflicher Überlegung fest dazu entschlossen hat, Authentizität aus seiner Lebensplanung zu streichen, der sollte in der Hobrecht-Straße und im umliegenden Kiez eine Bar aufsuchen. Selbst das Solar, eine alte Bastion, ist nur noch eine geschminkte Fassade alter Kneipentradition. Ganz zu schweigen von den Gästen. Ansonsten gibt es die affektierten Gespräche im glühenden Orange bei professioneller Bedienung und überteuerten Wein. Die Musik ist meist irgendetwas Diffuses. Besonders nachteilig für die Stimmung wirkt sich die Ausstrahlung der Barkeeper aus, die ihren Job machen, als würden sie im Unternehmen ihres ungeliebten Vaters rumänische Gastarbeiter herumkommandieren müssen. Wer immer noch nicht … Hobrecht-Staßen-Bars: Es gibt kein richtiges Leben im Falschen weiterlesen